Großes Interesse an innerer Sicherheit

20160113-bernd Lynack Innere Sicherheit
 
 

Wie geht es weiter nach den Anschlägen in Paris, der Absage des Fußballländerspiels in Hannover, den Terrorwarnungen in der Münchner Silvesternacht und den jüngsten Anschlägen an der Blauen Moschee in Istanbul? Wie ist es um die innere Sicherheit bei uns bestellt? Ist Hildesheim tatsächlich eine Hochburg für Salafisten? Diese und weitere Fragen waren Thema in der voll besetzten Aula der Grundschule Nord in Hildesheim.

 

Die Thematik polarisiert und motiviert – ca. 150 Interessierte diskutierten gemeinsam mit der Präsidentin des niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Maren Brandenburger und den Landtagsabgeordneten Bernd Lynack und Marco Brunotte, Vorsitzender des Ausschusses für Angelegenheiten des Verfassungsschutzes.

Dennoch war die Diskussion sachlich, allumfassend, fundiert und sehr rege, da die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer zumeist beruflich mit den Themen befasst scheinen. 

Brandenburger unterschied den politischen Salafismus im Vergleich zum dschihadistischen und warnte davor, alle Salafisten als potenziell gewaltbereit einzustufen. „Der potenziell gewaltbereite Radikalisierte, der sich dem „Islamischen Staat“ anschließt, ist heute nicht mehr der von der Gesellschaft Abgehängte ohne Schulabschluss aus einer streng gläubigen Familie, sondern vielmehr haben wir es mit gut Gebildeten oft auch mit Konvertiten zu tun. Auch entscheiden sich immer mehr junge Frauen Dschihadisten ein angenehmes Leben vor dem Märtyrertod zu bescheren, “ präzisiert die Leiterin des niedersächsischen Verfassungsschutzes die Lage. Neben Hildesheim gelten Braunschweig und Wolfsburg als „Hotspots“ des fanatischen Islamismus.

„Einen wirksamen Schutz gibt es nicht, die globale Sicherheitslage ist angespannt“, fasste Brandenburger zusammen. Außerdem gebe es in Niedersachsen mehr rechtsradikale Tendenzen in der Gesellschaft, die ebenfalls ein Grund zur Besorgnis werden könnten.

„Prävention muss bereits im Kindergarten beginnen“, so Brunotte. Ein großer Teil des Landeshaushalts fließe daher auch in Angebote von Beratung und Begleitung.

Lynack, der die Veranstaltung organisiert hatte, betonte in seinem Abschlussstatement: „Es ging in der Veranstaltung nicht darum, Patentlösungen zu liefern. Vielmehr sollte erreicht werden, die verschiedenen Ereignisse und Vorkommnisse besser einordnen zu können. Das ist hervorragend gelungen. Unsere Sicherheitsbehörden sind handlungsfähig und arbeiten eng zusammen.“

 
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